Stade leuchtet







Zum ersten Mal stellt Anja Seelke nicht Menschen, sondern Stade in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten - nur auf den ersten Blick eine Abkehr von ihrer bisherigen Arbeitsweise. Seit 14 Jahren wohnt sie in der Altstadt. Nach so vielen Jahren erscheinen tägliche Wege verwandelt im Traum. Bekannte Stader Motive und Baudenkmale wie der Schwedenspeicher, Altländer Haus, Kramerhaus, Klein Venedig oder St. Wilhadi werden gerade durch Imagination und Verfremdung wieder vertraut. Es ist auch eine Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte: Wie sind Theodor Herrmann oder Alexander Dettmar mit der Stadt umgegangen? Da ist der dominante rote Blick von Dettmar als Süddeutschem, der nur Backstein sah, oder die heimatverbundene Fixierung und von den Worpswedern beeinflußten Darstellungen von Theodor Herrmann. Ungewöhnliche Blicke und Beziehungen – die Bilder der Ausstellung „Stade leuchtet“ ermöglichen eine neue Wahrnehmung und fordern die Phantasie des Betrachters.
Dr. Andreas Schäfer, Hansestadt Stade, 2014.